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Franz Reinartz beendet seine aktive Musikerlaufbahn
Franz Reinartz hat die musikalischen Geschicke der Musikvereinigung Roetgen wie kein zweiter geprägt. 21 Jahre hat er als Dirigent auf 1006 Proben und 649
Auftritten den Taktstock geschwungen, ehe er im Jahr 1994 die Orchesterleitung an seinen Sohn Manfred übergab.
Im Herbst 1973 hatte Franz Reinartz damals das Dirigentenamt von Karl Steffens übernommen. Bereits 1975 initiierte er das erste Konzert in der Roetgener Sporthalle, das seit 1976 im Zweijahresrhythmus veranstaltet wird. Franz Reinartz unternahm mit dem Orchester zahlreiche Konzertreisen, u.a. 1979 und 1999
in die USA, wo die Bläser an der Steubenparade teilnahmen. Außerdem ging es nach Österreich, Berlin, Dresden und andere Städte Deutschlands. In der Aachener Region spielte Franz Reinartz mit seinen
Musikern des öfteren bei Veranstaltungen vor Prominenten der Bundespolitik wie Norbert Blüm, Rita Süßmuth, Edmund Stoiber und dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl.
Alles begann mit 2500 Reichsmark und einem Pfund Butter Seine musikalische Laufbahn begann 1946. “Damals kauften meine Eltern mir für 2500
Reichsmark und ein Pfund Butter eine Geige. Dann bekam ich dreieinhalb Jahre Geigenunterricht bei einem Geigenlehrer in Roetgen. Anschließend habe ich in einer der drei in
Roetgen existierenden Tanzkapellen gespielt." erinnert sich Franz Reinartz an seine musikalische Jugend zurück.
Einzig noch aktiver Vereinsgründer bis zu seinem Abgang 1952 war er mit Anfang Zwanzig einer der Mitbegründer der Musikvereinigung Roetgen. Bis zu
seinem Abgang im Juli 2004 war Franz Reinartz der einzige noch aktive Vereinsgründer. Die MVR entstand aus dem Zusammenschluß von drei Roetgener Tanzkapellen. "Daher kommt auch der Name Musikvereinigung und nicht Musikverein. Die Tanzkapellen haben zunächst
weiter bestanden, denn die MVR spielte anfangs nur Konzertmusik." Zu Beginn hatte die Kapelle noch eine Besetzung wie ein Salonorchester: Geigen, Cello, Streichbaß, Klavier und
Blechblasinstrumente. Franz Reinartz hat sich dann erst 1957 das Spielen auf dem Tenorhorn beigebracht: "Unser Bassist Alfons Cosler hatte mir dazu an der Theke die Grifftabelle auf
einen Bierdeckel geschrieben." so Franz Reinartz.
Er rief Konzerte ins Leben Bis 1973 spielte er bei der MVR Tenorhorn. Ende der fünfziger Jahre ging es dann mit den
Streichern zu Ende, und der Verein wandelte sich in ein reines Blasorchester. Die üblichen Auftritte waren damals Festzüge und Frühschoppen. Im Herbst 1973 wurde er Dirigent der
MVR - einen Dirigentenlehrgang hatte er bis dahin noch nicht besucht. Zwei Lehrgänge absolvierte er erst 1975 und 1978. Nach nur einem Jahr als Dirigent wagte sich Franz Reinartz
dann an das erste Konzert heran. "Wir haben durchweg leichtere Stücke als heute gespielt. Bei unserem Konzert waren wir auch nur 25 Musiker" erinnert sich Franz Reinartz gerne an die ersten Konzerte zurück.
Schritt für Schritt hat sich die Musikvereinigung unter der Leitung von Franz Reinartz von der Unterstufe zu einem Oberstufenorchester hochgearbeitet. "Zu dieser Entwicklung gehört eine
kontinuierliche Jugendarbeit" betonte Franz Reinartz.
Seit er die Dirigententätigkeit 1994 an seinen Sohn Manfred abgegeben hat, spielte Franz
Reinartz wieder aktiv Tenorhorn bis zu seinem kürzlich erreichten 75-ten Geburtstag. Von der MVR wurde er im November 1994 nach der Amtsübergabe zum Ehrendirigenten ernannt.
Höhepunkte seiner langen Laufbahn Einer der Höhepunkte seiner Karriere war sicherlich damals das Wertungsspiel 1983, als Franz
Reinartz mit seinen Musikern in der Oberstufe einen 1.Rang mit Auszeichnung und Belobigung erreichen konnten. “Wir haben damals 119 von 120 Punkten erspielt" so Reinartz.
Ein weiterer Höhepunkt seiner 52-jährigen aktiven Laufbahn bei der MVR war jedoch die besondere Auszeichnung beim Jubiläumsfest im Jahre 2002 durch den Volksmusikerbund
Kreisverband Aachen. Der damalige Vorsitzende Zander überreichte dem MVR-«Urgestein», Gründer und gleichzeitig über 50 Jahre aktivem Musiker Franz Reinartz die CISM-Verdienstmedaille
. Diese Medaille ist die international höchste Auszeichnung für aktive Musiker und wird vom internationalen Musikbund (CISM - Confédération Internationale
des Sociétés Musicales) nur aufgrund langjähriger verdienstvoller Tätigkeit als aktiver Musiker eines Mitgliedsverbandes der CISM vergeben.
Hoch 09/2004
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